Wundbehandlung

Wie funktioniert die Wundbehandlung mit Honig?

Honig enthält ein spezielles Enzym, dass sowohl antibakteriell, als auch antiseptisch (gegen Keime) wirkt. Dieses Enzym, genauer gesagt: Glucoseoxidase, bringen die Bienen mit in den Honig ein und zwar durch den Speichel der Arbeiterbienen. Siehe Herstellung von Honig. Das Enzym ist dafür verantwortlich, dass Wasserstoffperoxyd hergestellt wird. Ja, genau das, mit dem man auch Jeans entfärben kann. Das geniale am Honig ist, dass er die Wirkung des Wasserstoffperoxyds dosiert abgibt. Welche Vorgänge sind dafür nötig? Wenn der Honig auf eine Wunde aufgetragen wird, wird er von den vorhandenen Körperflüssigkeiten verdünnt. Dies bewirkt ein Herabsetzen des Säurespiegels im Honig und genau jetzt wird das Enzym aktiviert. Dabei wird kontinuierlich der Zucker des Honigs aufgespaltet und Wasserstoffperoxyd freigesetzt. Normalerweise ist die Wirkzeit von Wasserstoff sehr begrenzt, aber durch diesen fortlaufenden Prozess wird genug nachproduziert, um eine Wunde desinfizieren zu können. Die freigesetzte Menge reicht gerade aus um Bakterien abzutöten, greift aber gesundes Gewebe nicht an!


Bei der Heilung von Wunden sorgt Bienehonig für Feuchtigkeit in der Wunde. Das schützt die Haut, weil zum einen die Bildung von neuen Hautzellen gefördert wird und zum anderen sich keine harten Krusten (Schorf) bilden. Weitere Inhaltsstoffe bewirken eine bessere Durchblutung der Wunde, sie nässt weniger und ruft auch keine so starke Schwellung hervor.

All dies funktioniert jedoch nur bei naturbelassenem Honig. Ist der Honig erhitzt worden, wird das auslösende Enzym zerstört und der Honig eignet sich nicht mehr zur Wundbehandlung.

Für wen eignet sich Honig zur Wundbehandlung nicht?

Bei Kleinkindern sollte man jedoch Vorsicht walten lassen. Kinder unter einem Jahr können ihn noch nicht richtig verarbeiten. Im Bienenhonig können Sporen enthalten sein, die Botulismuserreger enthalten. Einem Erwachsenen macht das nichts aus, da sein Darm damit umgehen kann, Säuglinge haben diese Fähigkeit allerdings noch nicht erworben. Auch müssen Allergiker achtsam sein, da Honig immer einen gewissen Pollenanteil hat.